Änderungen der Heilmittel-Richtlinie

Momentan sind folgende Änderungen der aktuell geltenden Heilmittelrichtlinie in der Fassung vom 20. Januar 2011 geplant, die voraussichtlich zum Jahreswechsel wirksam werden:

 

Änderung der Heilmittel-Richtlinie im Rahmen des Entlassmanagements

Die Änderung der Heilmittel-Richtlinie im Rahmen des Entlassmanagements wurde am 03.08.2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Allerdings werden die Änderungen erst wirksam, wenn die dreiseitige Vereinbarung zum Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a S.9 SGB V, die sich aktuell im Schiedsamt befindet, verabschiedet ist. 

Diese Änderung umfasst, dass das Krankenhaus (die Krankenhausärztin oder der Krankenhausarzt), soweit dies nach der Entlassung erforderlich ist, wie ein Vertragsarzt Heilmittel nach Maßgabe des Heilmittelkatalogs entsprechend der Richtlinie verordnen kann. Auf Verordnungen im Rahmen des Enlassmanagements ist das Datum der Entlassung anzugeben. Die Heilmittelbehandlung muss innerhalb von sieben Kalendertagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus aufgenommen werden und darüber hinaus innerhalb von 12 Tagen nach der Entlassung abgeschlossen sein. Die nicht innerhalb von zwölf Behandlungstagen in Anspruch genommenen Behandlungen verfallen. Wird die Behandlung nicht innerhalb von sieben Tagen nach der Entlassung begonnen, verliert die Verordnung ihre Gültigkeit. Verordnungen im Rahmen des Entlassmanagements bleiben für die Weiterbehandlung durch eine Vertragsärztin oder einen Vertragsarzt bei der Betrachtung eines Regelfalls sowie bei der Bemessung der Verordnungsmengen (Einheiten pro Verordnung, Gesamtverordnungsmenge) unberücksichtigt.

 

Änderung der Heilmittel-Richtlinie: Anpassungen zur Regelung des langfristigen Behandlungsbedarfs

Die Änderung der Heilmittel-Richtlinie zur Regelung des langfristigen Behandlungsbedarfs tritt mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger, aber nicht vor dem 01.01.2017 in Kraft.

Zusätzlich wird die Heilmittel-Richtlinie um die Regelung des langfristigen Heilmittelbedarf § 8a ergänzt. Hier ist u.a. geregelt, dass bei den gelisteten Diagnosen (Anlage 2) in Verbindung mit der jeweils aufgeführten Diagnosegruppe des Heilmittelkatalogs vom Vorliegen eines langfristigen Heilmittelbedarfs im Sinne von §32 Abs. 1a SGB V auszugehen ist. Ein Antrags- und Genehmigungsverfahren entfällt. Zudem ist geregelt, dass bei vergleichbaren, aber nicht in Anlage 2 gelisteten schweren dauerhaften funktionellen/strukturellen Schädigungen ein Antrags- und Genehmigungsverfahren erforderlich ist.
   
Sobald die Änderungen und Ergänzungen in Kraft getreten und wirksam sind, wird eine Neuauflage des Heilmittelkatalogs der IntelliMed GmbH verfügbar sein.